Der Begriff Sklerodermie, was „harte Haut“ bedeutet, bezieht sich auf die Verhärtung und Verdickung der Haut, die das häufigste Merkmal der Erkrankung ist. Bei lokalisierter Sklerodermie sind isolierte Stellen mit verhärteter Haut oft das einzige Anzeichen der Erkrankung. Die Anzeichen und Symptome der Sklerodermie entstehen, weil das Gewebe des betroffenen Organs entzündet und gereizt ist und schließlich vernarbt und seine Elastizität verliert.
Die Fußsohle einer Patientin mit Sklerodermie mit typisch rötlich verfärbten Arealen besonders oben seitlich
Diese Veränderungen treten infolge einer erhöhten Kollagenablagerung in den betroffenen Bereichen auf. Es wird angenommen, dass die Überproduktion von Kollagen auf eine Autoimmunreaktion zurückzuführen ist, d. h. eine Fehlfunktion des Immunsystems, die dazu führt, dass der Körper seine eigenen Bestandteile angreift.
Pediküre und Maniküre bei Sklerodermie
Die Füße gehören zu den ersten Körperteilen, die bei Sklerodermie betroffen sind. Dicke Haut mit Taubheitsgefühl und Schwellungen tritt in der Regel an den Fingern oder Zehen auf und breitet sich dann in Richtung Körpermitte aus. Die Knochen am Ende der Zehen können ihre Form verändern (resorbiert werden), was wiederum die Form des Nagels verändert. Sklerodermie kann deshalb zu einem vermehrten Auftreten von eingewachsenen Zehennägeln führen.
Zehen des rechten Fußes bei einer Patientin mit Sklerodermie
Medizinische Fußpflege bei Sklerodermie
Bei Personen mit Sklerodermie ist bei der Pediküre äußerste Vorsicht geboten, da aufgrund der Immunsuppression, der schlechten Durchblutung (Raynaud-Syndrom) und der empfindlichen Haut ein erhöhtes Infektionsrisiko besteht. Daher ist eine professionelle medizinische Fußpflege angezeigt, bei der aggressives Schneiden der Hornhaut und der Nägel vermieden wird, da dies zu Wunden, Infektionen oder Geschwüren führen kann.
Geschwür am Großzehenballen bei Sklerodermie
Wunden an den Füßen bei Sklerodermie
An Sklerodermie erkrankte können schon mit kleinen Wunden an den Füßen zur Fußpflege kommen. In solchen Fällen ist bei der Fußpflege von einem Fußbad Abstand zu nehmen, da pathogene Keime im Leitungswasser die offenen Wunden infizieren können. Vielmehr geht es darum, die kleinen Wunden zu reinigen, zu desinfizieren und mit einer Wundauflage zu versehen.
Kleine Wunde auf der Ferse bei Sklerodermie
Vielmehr geht es darum, die kleinen Wunden z.B. mit steriler, physiologischer Kochsalzlösung zu reinigen, zu desinfizieren, z.B. mit Octenisept, und auf die Wunde ein antiseptisches Gel, z.B. Octenilin, zu geben. Die Abdeckung der Wunde kann an den Stellen, wo es möglich ist, mit einem Schaumverband in Form eines Pflasters, z.B. mit Allevyn gentle border lite passender Größe, erfolgen.
Mit steriler Mullkompresse verbundene Großzehe bei Sklerodermie
An Stellen, wo ein Pflaster schwer hält, z.B. an der Großzehenspitze, wird man eine sterile, 12-lagige Mullkompresse passender Größe mit Leukofix auf der kleinen Wunde fixieren.
Bei etwa 40 % der Menschen mit Sklerodermie kommt es zu Geschwüren oder offenen Wunden an den Zehen. Aufgrund der Verhärtung der Haut und der Gefäßverengung (Raynaud-Syndrom) heilen Wunden bei Sklerodermie-Patienten oft sehr langsam und sind anfällig für Infektionen.
Raynaud-Syndrom
Unter einem Raynaud-Syndrom versteht man z.B. die anfallsartige Durchblutungsstörung der Zehen, ausgelöst durch sich verengende Gefäße als Reaktion auf Kälte und emotionalen Stress. Für Menschen, die an Sklerodermie erkrankt sind, empfiehlt es sich daher, die Füße, z.B. mit Thermosocken, warmzuhalten.
Vorsichtsmaßnahmen
Zusätzlich zum Warmhalten der Füße empfiehlt sich für Sklerodermie Patienten, daß sie Ihre Füße gut eincremen, damit die Haut der Fußsohlen befeuchtet wird und sie geschmeidig bleibt. Befeuchten Sie Ihre Füße mit einem moisturizer, wie z.B. Sheabutter, so oft wie möglich, idealerweise drei- bis viermal täglich.
Schuhwerk
Wichtig ist auch das Schuhwerk. Tragen Sie locker sitzende Schuhe, um eine ausreichende Durchblutung Ihrer Füße aufrechtzuerhalten und um Druckstellen zu vermeiden, denn die können die Vorstufe zu einem Geschwür sein.
Täglich die Füße anschauen
Vermeiden Sie heiße Bäder und Duschen. Verwenden Sie nur sanfte Feuchtigkeitsseifen, milde Reinigungsmittel und Badeöle. Untersuchen Sie Ihre Füße täglich auf Druckstellen. Setzen Sie sich nach dem Duschen hin und untersuchen Sie jeden Fuß, einschließlich aller Nägel und der Bereiche zwischen den Zehen.