Immuntherapie ist eine Behandlung, bei der das körpereigene Immunsystem genutzt wird, um Krebs zu bekämpfen. Die Immuntherapie ist eine Art der Krebsbehandlung, die dem Immunsystem hilft, Krebszellen zu finden und anzugreifen. Dabei werden vom Körper oder im Labor hergestellte Substanzen verwendet, um: 1. das Immunsystem zu stimulieren oder zu stärken, damit es besser gegen Krebs wirken kann. 2. im Labor hergestellte Substanzen hinzuzufügen, die wie natürliche Bestandteile des Immunsystems wirken. Die Art der Immuntherapie hängt von der Krebsart ab. Die Immuntherapie wird häufig bei fortgeschrittenen Krebserkrankungen eingesetzt, insbesondere wenn andere Behandlungen nicht mehr angeschlagen haben.
Stark verhornter Hautareale auf der Fußsohle eines mit Immuntherapie, Pembrolizumab, Keytruda, behandelten Blasenkarzinompatienten
Immun-Checkpoints
Unser Immunsystem nutzt Kontrollpunktproteine auf Immunzellen, um zwischen normalen Zellen und solchen zu unterscheiden, die es als fremd erkennt, wie beispielsweise pathogene Keime und Krebszellen. Diese Kontrollpunkte wirken wie Schalter, die Immunreaktionen aktivieren oder deaktivieren und so dem Körper helfen, Angriffe auf das eigene Gewebe zu vermeiden.
Einige Krebszellen finden jedoch Wege, diese Kontrollpunkte zu nutzen, um nicht erkannt und zerstört zu werden. Immun-Checkpoint-Inhibitoren blockieren die Signale dieser Kontrollpunkte, sodass unser Immunsystem die Krebszellen finden und angreifen kann.
Checkpoint-Protein PD-1
PD-1 ist ein Checkpoint-Protein auf Immunzellen, die als T-Zellen bezeichnet werden. Das PD-1 Checkpoint-Protein fungiert als „Ausschalter“, der verhindert, dass die T-Zellen normale Zellen angreifen. PD-1 tut dies, indem es sich an PD-L1 bindet, ein Protein, das auf einigen normalen Zellen und Krebszellen zu finden ist. Wenn PD-1 an PD-L1 bindet, weist es die T-Zelle an, nicht anzugreifen. Einige Krebszellen verfügen über große Mengen an PD-L1, wodurch sie einem Angriff durch das Immunsystem entgehen können.
Checkpoint-Inhibitoren
Ein Immun-Checkpoint-Inhibitor (oder einfach Checkpoint-Inhibitor) ist eine Art monoklonaler Antikörper, ein im Labor hergestelltes Protein, das Checkpoint-Proteine blockiert, die wie Schalter wirken, um die Immunantwort ein- oder auszuschalten.
Sogenannte Checkpoint-Inhibitoren töten Krebszellen nicht direkt ab. Sie helfen lediglich unserem Immunsystem, Krebszellen zu finden und anzugreifen, egal wo sie sich im Körper befinden.
Monoklonale Antikörper, die entweder gegen PD-1 oder PD-L1 gerichtet sind, können diese Bindung blockieren und die Immunantwort gegen Krebszellen verstärken. Zu den Checkpoint-Inhibitoren, die auf PD-1 abzielen, gehören:
Pembrolizumab (Keytruda und Keytruda Qlex) Nivolumab (Opdivo und Opdivo Qvantig) Cemiplimab (Libtayo)
Immun-Checkpoint-Inhibitoren haben die Standardbehandlung verschiedener bösartiger Tumoren revolutioniert. Ein bemerkenswerter Immun-Checkpoint-Inhibitor ist Pembrolizumab mit dem Markenname Keytruda, der für die Behandlung verschiedener bösartiger Tumoren wie z.B. Darmkrebs, Melanom, nicht-kleinzelligem Lungenkrebs (NSCLC) und Nierenzellkrebs zugelassen wurde.
Pembrolizumab, Keytruda
Pembrolizumab zielt auf das Protein namens PD-1 auf der Oberfläche bestimmter Immunzellen ab und blockiert es. Die Blockierung von PD-1 veranlasst die T-Zellen, Krebszellen aufzuspüren und abzutöten. Zusammen mit Nivolumab, einem weiteren Immun-Checkpoint-Inhibitor, wirkt Pembrolizumab, Keytruda, durch die Hemmung des programmierten Zelltodrezeptors 1 (PD-1). Durch die Hemmung der Aktivitäten von PD-1 verstärken diese beiden Immun-Checkpoint-Inhibitoren die Anti-Tumor-T-Zell-Reaktion.
Nach der Abtragung der verdickten Hornhautareale auf der Fußsohle eines mit Pembrolizumab, Keytruda, immuntherapierten Krebspatienten
Pembrolizumab, Keytruda, Nebenwirkungen
Die durch Pembrolizumab, Keytruda, verstärkte Proliferation von T-Zellen kann jedoch auch zu immun bedingten, unerwünschten Ereignisse führen. Eine davon ist die plantare Keratodermie, die anhaltende Verdickung und Abschuppung der Haut an den Fußsohlen.
Die Hautveränderungen an den Fußsohlen können mit Schmerzen einhergehen. Zur Behandlung der Hautverdickungen an den Fußsohlen kommen neben der Abtragung mit dem Skalpell durch den medizinischen geschulten Fußpfleger Salicylsäure 10% Salbe und Bifonazol-Harnstoff Salbe zum Einsatz.
Unter dieser Behandlung bildet sich die Hautverdickung an den Füßen zurück, da Salicylsäure indem es die Abschilferung der Haut fördert, hornhautauflösend, keratolytisch, wirkt. Außerdem kommt es durch das Auftragen von Salicylsäure 10% Salbe zu einer Verbesserung der Schmerzen in den Füßen.